Die Vorbereitung für das LKW-Schnelladenetz stehen – der Netzanschluss bleibt das Nadelöhr
Am 18. September 2026 hat die Autobahn GmbH offiziell das Vergabeverfahren für Ladeinfrastruktur an 230 bewirtschafteten Rastanlagen angestoßen – Ausschreibungsstart ist November 2026, aufgeteilt in fünf regionale Lose. Zusammen mit den bereits vergebenen 124 unbewirtschafteten Standorten entsteht so das größte öffentliche Lkw-Ladenetz Europas: rund 350 Rastanlagen, etwa 4.200 Ladepunkte, davon rund 1.800 nach dem leistungsstarken Megawatt-Charging-Standard (MCS).
Was auf dem Papier nach einem klaren Fahrplan aussieht, ist technisch vor allem eine Aufgabe für die Verteilnetzbetreiber.
Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur hat für jede der 350 Rastanlagen die bis 2035 benötigte Netzanschlussleistung berechnet: Sie bewegt sich zwischen 5 und knapp 25 Megawatt pro Standort. Die größten Standorte – etwa Garbsen Nord an der A2 mit 24.640 kVA – benötigen damit so viel Anschlussleistung wie eine Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern.
Bemerkenswert ist ein Detail, das in der bisherigen Berichterstattung untergeht: Die Ausschreibung kalkuliert die Netzanschlussleistungen konsequent auf das Jahr 2035 – realistisch angesichts dessen, was Verteilnetzbetreiber bei Planungs- und Baufristen für Umspannwerke tatsächlich leisten können, statt erneut zu optimistische Erwartungen zu wecken.
Die Kehrseite: Zwischen Ausschreibungsstart und vollständiger Netzrealisierung liegen 8 bis 9 Jahre. Die EU-Verordnung AFIR verlangt aber schon ab Ende 2027 Mindestladeleistungen entlang der Hälfte des TEN-T-Kernnetzes – während das öffentliche Ladenetz an den Rastanlagen vielerorts erst zwischen 2031 und 2035 seine volle Leistungsfähigkeit erreicht. Speditionen, die heute in E-Lkw investieren, können sich in dieser Übergangsphase nicht auf ein flächendeckendes öffentliches Schnellladenetz verlassen.
Die Karte zum LKW-Schnellladenetz im Überblick
Die interaktive Karte zeigt alle 350 geplanten Rastanlagen des Lkw-Schnellladenetzes auf Basis der Standortliste der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur. Jeder Punkt markiert einen Standort – hellgrün für bewirtschaftete, dunkelgrün für unbewirtschaftete Rastanlagen. Die Kreisgröße visualisiert die benötigte Netzanschlussleistung: von kleinen 5-MW- bis zu den größten 25-MW-Standorten wie Garbsen Nord. Mit der Maus über einen Standort fahren zeigt Autobahn, Netzanschlussleistung 2035, zuständigen Verteilnetz- und Hochspannungsbetreiber sowie die genauen Koordinaten. Über die Filter oben rechts lassen sich bewirtschaftete und unbewirtschaftete Standorte getrennt betrachten – so wird auf einen Blick sichtbar, wo die größten Netzausbau-Herausforderungen konzentriert sind.
Die Konsequenz: Bis das öffentliche Netz steht, entscheidet nicht die Verfügbarkeit von E-Lkw über den Hochlauf – sondern die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen ihren eigenen Netzanschluss am Depot sichern.
Jetzt handeln, bevor der Netzanschluss an Ihrem Standort zum Zeitrisiko wird.
Anschlusskraft begleitet Unternehmen genau durch diese Lücke: von der realistischen Kapazitätsanalyse über genehmigungsfähige Netzanschlusskonzepte bis zur Koordination mit dem Verteilnetzbetreiber. Planen Sie den Umstieg auf E-Lkw oder ein eigenes Ladedepot? Sprechen Sie jetzt mit uns – damit Ihr Netzanschluss steht, bevor Sie ihn brauchen, und nicht erst 2035.

Bild: Autobahn GmbH des Bundes
Pressemitteilung 18.09.2026:
Autobahn.de – Pressemitteilung – LKW-Schnellladenetz – Ladeinfrastruktur auf bewirtschafteten Rastanlagen
Download: Projekt-Exposé
Projektexpose_LKW-Schnellladenetz_bewirtschaftete_Rastanlagen.pdf
Download: Standortliste des LKW-Schnelladenetz
20260318_Standortliste_Lkw-Ladenetz_Netzbetreiber.pdf